I17-Wind GmbH und Co. KG · Am Westersielzug 11 · 25840 Friedrichstadt +49 (0) 4881 - 93 64 98 - 0 mail@i17-wind.de

Gutachterliche Stellungnahme zur Standorteignung nach DIBt Fassung Oktober 2012

Die Analyse von Turbulenzen spielt bei der Planung und Genehmigung eines jeden Windenergieprojektes eine entscheidende Rolle. Die möglichen Auswirkungen können problematisch sein und müssen daher eingehend betrachtet werden.

Wir erstellen Turbulenzgutachten bezüglich der effektiven Turbulenzintensität und beraten Sie gern bei der Planung Ihres Vorhabens in dieser Hinsicht. Selbstverständlich beinhaltet dies eine Besichtigung der geplanten Anlagenstandorte.

Das Deutsche Institut für Bautechnik DIBt hat Anfang des Jahres 2013 die neue Fassung Oktober 2012 der „Richtlinie für Windenergieanlagen – Einwirkungen und Standsicherheitsnachweise für Turm und Gründung“ veröffentlicht, welche die Fassung März 2004 ablösen wird. Nach einer bauaufsichtlichen Einführung der Fassung 2012 durch die Musterliste der Technischen Baubestimmungen Fassung September 2012, wird der bisherige, nach Fassung März 2004 zu führende Nachweis „6.3.3 Einflüsse benachbarter baulicher Anlagen auf die Windlasten“ durch den der Richtlinie Fassung Oktober 2012 „7.3.3 Einflüsse benachbarter baulicher Anlagen, Geländerauhigkeit und Topografie auf die Standorteignung“ ersetzt, sowie durch „16. Standorteignung von Windenergieanlagen“ ergänzt. Nach der bauaufsichtlichen Einführung der Richtlinie DIBt Fassung Oktober 2012 hat die Ermittlung der Standorteignung von Windenergieanlagen für alle Neuanlagen -auch wenn diese noch nach DIBt 2004 zertifiziert wurden- zu erfolgen. Bestandsanlagen dürfen weiterhin nach der Richtlinie bewertet werden, nach der sie zertifiziert wurden (siehe Abschnitt „16.1. Bestehende Anlagen im Falle einer Parkerweiterung / Parkänderung“). Die Ermittlung der effektiven Turbulenzintensität hat immer nach der neuesten Ausgabe der DIN EN-61400-1 zu erfolgen hat. Hierbei handelt es sich um die aktuelle Ausgabe DIN EN 61400-1:2011-08.

 
Änderungen bei der Ermittlung der effektiven Turbulenzintensität
Im Gegensatz zur DIBt Richtlinie Fassung März 2004, sind bei der Ermittlung der effektiven Turbulenzintensität nach der DIBt Richtlinie Fassung Oktober 2012 maßgebliche Änderungen zu beachten, welche im Folgenden kurz erläutert werden:
 
I. Als Eingangsparameter dient nicht mehr die charakteristische Turbulenzintensität nach DIN EN 61400-1:2004, sondern die repräsentative Turbulenzintensität nach der aktuell gültigen Norm DIN EN 61400-1:2011-08.
 
II. Die Forderung nach einer Auslegungsturbulenzklasse A nach DIN EN 61400-1:2004 wurde durch eine Empfehlung für eine Auslegungsturbulenzklasse A nach DIN EN 61400-1:2011-8 ersetzt. Demnach können Anlagen, die nach Fassung Oktober 2012 zertifiziert, bzw. typengeprüft werden, auch für die Turbulenzklassen B oder C zertifiziert werden und müssen dementsprechend nachgewiesen werden.
 
III. Die dem Normalturbulenzmodell (NTM) nach der Richtlinie DIN EN 61400-1:2011-08 zu Grunde gelegte Gleichung hat sich dahingehend geändert, dass
 

a. sich diese auf einen Referenzwert der Turbulenzintensität bei 15 m/s von 16 % und nicht mehr einen charakteristischen Wert von 18 % bei 15 m/s bezieht, sowie

 

b. eine weitere, dritte Turbulenzklasse C vorsieht.

 

IV. Die effektiven Turbulenzen sind nach der DIBt 2012 Richtlinie für den Bereich zwischen der Einschaltwindgeschwindigkeit vin und der 0.4-fachen 50-Jahres Windgeschwindigkeit v50 zu ermitteln. Danach ist ein Windgeschwindigkeitsbereich von der Einschaltwindgeschwindigkeit bis zu 20 m/s auf einer Nabenhöhe von maximal 150 m für alle Windzonen in Deutschland abdeckend.

Zusätzliche durchzuführende Vergleiche bei nicht komplexem Gelände
Zusätzlich zur Ermittlung der effektiven Turbulenzintensität sind folgende Vergleiche durchzuführen, so lange es sich um einen Standort in nicht komplexem Gelände handelt:
 
I. Vergleich der mittleren Windgeschwindigkeit und des k-Faktors am Standort mit denen in der Typenprüfung / Einzelprüfung zu Grunde gelegten Werten.
 
II. Vergleich der 50-Jahres-Windgeschwindigkeit am Standort mit der in der Typenprüfung / Einzelprüfung zu Grunde gelegten 50-Jahres-Windgeschwindigkeit.
 
III. Ein Standortbesuch muss durch den Sachverständigen gemäß Abschnitt 16. DIBt 2012 oder einer Person, die in dessen Auftrag handelt, durchgeführt werden.
 
Wenn bei den Vergleichen Überschreitungen, bzw. Abweichungen zu den o.g. Auslegungswerten festgestellt werden, nimmt die I17-Wind direkt Kontakt mit den Herstellern auf und beauftragt einen Lastenvergleich, dessen Ergebnis direkt in die gutachterliche Stellungnahme einfließt.
Verfahren bei komplexem Gelände
Handelt es sich bei dem zu bewertenden Standort um einen komplexen Standort, kann das oben aufgeführte Verfahren nach der DIBt 2012 nicht mehr angewendet werden. In diesem Fall erstellt die I17-Wind bei komplexen Standorten eine gutachterliche Stellungnahme nach DIN EN 61400-1:2011-08 Abschnitt „11.9 Nachweis der Integrität der Konstruktion mit Bezug auf Winddaten“. Hierbei werden zusätzlich zu den oben aufgeführten Nachweisen folgende Nachweise durchgeführt:
 
I. Ein Turbulenzstrukturparameter wird nach DIN EN 61400-1:2011-08 ermittelt und bei der repräsentativen Turbulenzintensität angesetzt.
 
II. Vergleich der sektoriellen Anströmwinkel auf Nabenhöhe mit dem in der Norm vorgegebenen.
 
III. Vergleich des Höhenexponenten, bzw. der Windscherung mit dem in der Norm vorgegebenen Maximal- und Minimalwert.
 
IV. Vergleich der mittleren Luftdichte am Standort mit dem in der Norm angegebenen Wert.